50 Jahre Schiedsrichterchor Zollernalb e.V. – mehr als nur ein Grund zu feiern

Ein runder Geburtstag, die Vorbereitungen für ein Festabend liefen auf Hochtouren. Der Karten-Vorverkauf lief hervorragend.

Der Schiedsrichterchor Zollernalb e.V. mit seinem Vorsitzenden Erich Wellenzohn und der Chorleiterin Ursula Riehm zeigten sich mehr als Stolz, ein Teil dieses Chor sein zu dürfen und können.

Bestens vorbereitet zeigte sich dieser staatliche Männerchor, der aktuell 31 Sänger zählt, in bester Manier.

Schon der Einzug auf die Bühne war professionell. Der Schiedsrichterausbildungsleiter Hartmut Landbeck bereitete die musikalische Ankündigung des Chores anhand einer Präsentation vor. Reinhard Schäfer, der 1. Bürgermeister der Stadt Balingen, Michael A.C. Ashcroft (Präsident des Chorverband Zollernalb) und sein Stellverteter Walter Heilig und viele weitere Ehrengäste sowie eine vollbesetzte Balinger Stadthalle sollten eine musikalische Zeitreise aus dem Repertoire des Schiedsrichterchor erleben. Bewußt streifte Erich Wellenzohn nicht durch die 50 Jahre Zeitgeschichte des Chores. Schließlich hat jeder Gast eine eigens für dieses Jubiläum gedruckte Chronik erhalten.

Schon die Totenehrung sorgte für Gänsehautstimmung. Nachdem sich die Gäste für eine Schweigeminute zu ehren der Verstorbenen Sänger und Mitglieder erhoben hatten, gab es schon das erste Highlight. „Amoi seg‘ ma uns wieder‘ aus der Feder von Andreas Gabalier zelebriete der Chor. Man spürte förmlich die positive Anspannung bei den Sängern und der Chorleiterin. Begleitet wurde der Chor von der jungen Pianistin Katalin Theologitis.

Begonnen wurde das eigentliche Konzert mit 2 Silcherlieder.  „Frisch gesungen“ und  „Schifferlied“ waren für dieses Konzert der richtige Einstieg.

Mit klassischen Werken von Franz Schubert wurde die Zuhörer in eine wahrhaftige besinnliche Stimmung versetzt.

Zum „Nachtgesang im Walde“ kam instrumentale Unterstützung auf die Bühne. In der Besetzung Gerda Schänzel-Brall, Markus Ketterer, Stefan Broghammer und Jakob Wolber nahm ein Hornquartett Platz.  Das Zusammenspiel der Hörner und des stimmgewaltigen Männerchor war perfekt. Hatte Ursula Riehm hier beste Arbeit gezeigt.

Ein Streifzug mit internationalen Volkslieder präsentierte der Chor gekonnt und wußte damit die Besucher zu begeistern.  Noch einmal begleitete das Hornquartett den Chor zur „Waldandacht“ von Franz Abt.

Die Reise ging weiter nach Russland. Ein bisschen russische Seele steckt vermutlich in jedem Sänger. Das war förmlich zu spüren. Die berühmte „Kalinka“ durfte natürlich nicht fehlen.

Walter Rützel konnte mit seinem Solo bei „die Legende von den zwolf Räubern“ überzeugen.

Was passieren kann, wenn der Bauer nicht „in’s Heu“ geht, um zu sehen, was seine schöne Bäuerin hinter seinem Rücken macht, erzählen die Männer in einer sehr amüsanten Art und Weise.

Mit dem „Ungarischen Tanz Nr. 6“ verabschiedete sich der Chor unter tosendem und fast nicht endend wollendem Applaus in die Pause.

In die Welt der Oper ging es direkt nach der Pause. Merlind Witte (Sopran) und Walter Rützel (Bariton) begeisterten die Zuhörer mit „Reich mir die Hand mein Leben“ aus Mozart’s „Don Giovanni“ und das berühmte „Papagena – Papageno“ aus der „Zauberflöte“ .

Ein wahrer Hörgenuß und Augenschmauß für das Publikum. Auch konnte man den Spaß auf der Bühne nicht nur sehen, sondern auch spüren.

Der Schiedsrichterchor vollendete diesen Block mit „O Isis und Osiris“.

Erich Wellenzohn, der Vorsitzende, kündigte die geplanten Ehrungen an. Er bat hierzu den Präsidenten des Chorverband, Michael A.C. Ashcroft, auf die Bühne. 

„Ein Stern, der deinen Namen trägt….“; so begann Ashcroft seine Ansprache. Einen solchen Chor im chorverband zu haben, machte ihn schon stolz. Und deutlich zu spüren ist die „Handschrift“ von Ursula Riehm, die alle musikalischen Fäden in der Hand hat und den Chor maßgeblich mit geprägt hat.

Für den Chor überreichte Michael A.C. Ashcroft eine entsprechende Urkunde und gratulierte zu diesem Jubiläum.

Weiter Ehrungen gab es für verdiente Sänger. So konnte zuvor Erich Wellenzohn den 1.-Tenor-Sänger Martin Pfeffer ehren. Er ist als noch einzigstes Gründungsmitglied entsprechend 50 Jahre dem Schiedsrichterchor treu.

Ashcroft ehrte danach Walter Rützel, der nunmehr 30 Jahre dem Schiredsrichterchor angehört. Mit einer Urkunde und einer Sängernadel wurde er belohnt.

Hermann-Josef Speier wurde danach für sage und schreibe 65 Jahre singen im Chor geehrt. Ashcroft zeigte in einer kleinen Laudatio seinen musikalischen Werdegang auf, ehe er eine Ehrenbrief des Schwäbischen Chorverband überreichen durfte.

Als seine dritte Ehrung bat er den Vorsitzenden Erich Wellenzohn zu sich. Er zeigte unermüdliches ehrenamtliches Engagement für den Auswahlchor und scheute sich auch nicht, unzählige Stunden und Kilometer für den Chor zu „opfern“.  Für seine außergewöhnlichen Leistungen, er wurde bereits mit der Ehrenmedaille des Landes Baden-Wttbg ausgezeichnet,  erhielt er die Ehrennadel in Gold vom Chorverband Zollernalb.

Nach diesen Ehrungen ging es noch einmal in die Opern-Welt. Merlind Witte sang eidrucksvoll „O wär ich schon mit dir vereint“, eine Arie der Marzelline aus Beethoven’s „Fidelio“. Auch hier gabe es vom begeisterten Publikum viel Applaus.

Um bei Beethoven zu bleiben, durfte natürlich der weltberühmte „Chor der Gefangenen“ nicht fehlen. Walter Rützel und Hans-Peter Schwenk konnten hier mit ihren solistischen Parts überzeugen.

„Hier im ir’schen Jammertal“, ein Trinklied aus „Der Freischütz“ celebrierte noch einmal gekonnt Walter Rützel.

Das Hornquartett der Balinger Musikschule gesellte sich noch einmal zu den Sängern und spielten zum „Jägerchor“ mit auf. Es war wieder ein perfektes Zusammenspiel zwischen den Singstimmen und den Tönen der Hörner.

Zum Abschluß des Konzertes wagten sich die Sänger in die Welt des Schlagers. Ein „Udo-Jürgens-Medley“,“ One Way Wind“ und „So war mein Leben“ ließen noch einmal keine Zweifel aufkommen, war der Chor unter der Leitung von Ursula Riehm leisten kann.

Stehende Ovationen waren der Lohn für ein wahrhaftiges goldenes Jubiläumskonzert. Die geforderte Zugabe folgte nach kurzen Dankesworte.

„Funiculi – funicula“ annimierte die Zuhörer zum mitklatschen. Die Begeisterung war auch bei den Sängern zu sehen.

Mit einem von Ursula riehm betitelten „Schlaflied“  -  „Abendruhe“ endete dieses gigantische Konzert.  So konnte man aus dem Publikum immerwieder nur positive Stimmen hören: „es war einfach herrlich“ oder „wahnsinnig klasse“ oder „so schöner Gesang“. Was kann man mehr an Lob noch bekommen, als zufriedene Besucher?!