Schwäbischer Unterhaltungsabend beim Sängerbund Heselwangen

Drei Chöre, ein „Chörle“ und zwei Komödianten bestritten das Programm beim Schwäbischen Unterhaltungsabend des Sängerbundes Heselwangen, und trotz vierstündigen Darbietungen wurde es niemand zu lang.

Der gastgebende Männerchor stimmte unter dem bisherigen Dirigenten Wolfgang Staiger auf den wahrlich bunten Abend mit einem musikalischen Willkommensgruß ein und vollzog dann vor vollem Haus die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder. Zu späterer Stunde erfolgte als einschneidendes Ereignis nach fast 18-jähriger „Tonangabe“ die Stimmgabelübergabe von Wolfgang Staiger an seinen Nachfolger Alexander Baumgärtner. Chor und Gäste dankten mit langem Applaus dem scheidenden Dirigenten und hießen den neuen Chorleiter ebenso herzlich willkommen. „Wir wünschen nicht nur einen guten Dirigenten, sondern auch einen guten Kameraden“, fasste der erste Vorsitzende, Gerd Janus, den Wechsel zusammen. Die erste musikalische Kostprobe mit „Wochenend und Sonnenschein“ unter Alexander Baumgärtner klang erfrischend, Petrus muss diesen ersten Wunsch jedoch überhört haben.

In Heselwangen nicht unbekannt und immer wieder gern gehört ist der Handballfrauenchor. Unter Gaby Weinmann fanden die 13 Sängerinnen auf jedem Terrain den richtigen Ton und unterhielten mit altbekannten Schlagern und Ohrwürmern en masse. Ihre Auftritte waren gepaart mit Humor und deftigem Witz und damit die unbemannte Gruppe nicht „ohne“ auftreten musste, übernahm Willy Schreiber auf der Gitarre die Alibifunktion.

Große Aufmerksamkeit erzielten die „Alten Säcke“. Die zehn Sänger aus dem Sängerbund Tieringen traten als gereifte Boy-Group auf, kamen aber wie der Frauenchor nicht ganz ohne das andere Geschlecht aus, denn bei diesem humoristischen Ensemble  gibt eine Frau, Elke Kaufmann, den Ton an. Vital, schwungvoll und erfrischend war ihr Auftritt, ob sie parodierten oder imitierten, sie jonglierten mit den Stimmen bei A-Cappella-Gesang oder nach Art der Mainzer Hofsänger, einfach köstlich.

Als Komödiantenpaar Eugen und Karle traten Gerd Janus und Hartmut Berszuck auf. Als schwäbische „Bruddler“ brachten sie witzig, pikant und schelmisch das Lokalgeschehen aufs Tablett und lösten damit unter den Gästen wahre Lachsalven aus.

Das „Chörle“ ist eine Gruppe aus dem Heselwanger Männerchor. Fein aufeinander abgestimmt waren ihre schwäbisch parodierten Vorträge, bis es zur Premiere des Heselwanger Heimatliedes kam. Sänger Dieter Braungardt hatte anlässlich des 60. Geburtstags des Vereinsvorsitzenden Gerd Janus den Text verfasst und in Noten gekleidet, Wolfgang Staiger vervollständigte die Komposition und dann erklang die Lobeshymne auf die Heimat: „Heselwangen heißt das Dorf, wo wir so glücklich sind“.  Die Melodie war bald geläufig, ging gut ins Ohr und der ganze Saal konnte bei diesem Werk mit einstimmen.  Und nach diesem reichhaltigen Unterhaltungsabend konnte Gerd Janus als Bilanz zusammenfassen: „So ein Abend macht einfach Lust auf Singen.“